Zucht Miniesel


Normale Esel und Zwergesel stammen vom gemeinen Hausesel ab. Nicht so der amerikanische Miniaturesel: Seine DNA unterscheidet sich grundlegend von der eines Esels der Standardgröße. Ursprünglich war der Miniesel geografisch in Sardinien und Sizilien beheimatet. 1929 wurde die auch als sardinischer Esel bekannte Rasse von Züchter R. Green nach Amerika importiert. Seine Herde bildete den Grundstock der amerikanischen Miniesel, die sich schnell in ganz Amerika verbreiteten. 


Wie der Miniesel zu seinem Namen kam, erklärt sich eigentlich von selbst, denn das Tier erreicht nur ein Stockmaß von von 65 bis max. 91,4 cm und gehört damit zu den kleinsten Eselrassen der Welt. Ein amerikanischer Miniaturesel ist damit gerade mal so groß wie eine Dogge - nichtsdestotrotz bringen es die Tiere auf ein stolzes Gewicht von 80 bis 135 Kilogramm. Die Geschlechtsreife kann bei einem Hengst bereits unter einem Jahr und bei Stuten mit ca. 1,5 Jahren eintreten. Dann sind die Tiere körperlich und sozial jedoch noch nicht so weit entwickelt, dass man bereits mit ihnen züchten sollte. Die empfohlene Zuchtreife von Stuten liegt bei drei Jahren. Diese kommen alle drei Wochen in die Rosse. Einmal geschwängert, beträgt die Tragezeit 12 bis 13,5 Monate.

Die meisten Miniesel besitzen eine graue, braune, schwarzbraune oder auch rötliche Fellfarbe mit einem dunklen Rücken- und Schulterstreifen (das berühmte Eselskreuz). Sie haben eine Lebenserwartung von 25 bis 40 Jahren. Der Miniesel gilt generell als ein gutmütiges, unkompliziertes Tier, das als ein Haustier und Freund, trittsicheres Lastentier und selbst als Reittier für Kinder gut geeignet ist. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass Miniesel nur eine gewisse Kilogrenze tragen dürfen, und zwar ein Fünftel ihres Körpergewichts. Wie alle Esel, ist auch der Miniesel ein Herdentier und sollte deswegen immer mit mindestens einem Artgenossen gehalten werden. Andere Equiden, wie Pferde oder Ponys, stellen in der Regel keine ausreichenden Sozialpartner dar.

In der Haltung ist ein Miniesel genauso anspruchsvoll wie seine größere Verwandtschaft. Esel benötigen das ganze Jahr über einen Stall oder einen Offenstall. Zusätzlich müssen sie im Sommer auf der Weide durch einen Unterstand ausreichend gegen Sonne, Hitze, Wind und Regen geschützt werden, denn Miniesel vertragen Nässe nur bedingt. Stall, Bewegungsfläche der Esel und Weide sollten der Größe der Tiere angemessen sein. Fohlen müssen für eine gesunde Entwicklung frei toben und rennen können.
Weil die Tiere einen dürftigen Speiseplan gewohnt sind, sollten sie niemals überfüttert werden. Esel verwerten Futter aufgrund einer erhöhten Verdauungseffizienz wesentlich besser als Pferde oder Ponys. Zu viel proteinreiches Futter (dazu gehört auch Gras) führt schnell zur Überfettung, die oftmals mit Stoffwechselstörungen und extremen Hufproblemen (u.a. Hufrehe) einhergeht. Die Hufe selbst sollten regelmäßig alle 6-8 Wochen geschnitten werden. Besonders in den kälteren Monaten ist ein trockener, befestigter Untergrund für die Gesunderhaltung der Hufe sehr wichtig, um einer Infektion durch Fäulnisbakterien (Strahlfäule bis hin zum Hufgeschwür) entgegenzuwirken. Mindestens einmal pro Tag sollten die Hufe mit einem Hufauskratzer und einer Bürste gereinigt und kontrolliert werden.

Das Haarkleid und die Haut sind ebenfalls regelmäßig auf Parasiten oder Pilze zu kontrollieren. Eine regelmäßige Entwurmung - mindestens viermal im Jahr mit den an die Jahreszeiten entsprechend angepassten Mitteln - trägt ebenfalls zur Gesunderhaltung und zum allgemeinen Wohlbefinden der Esel bei. Einmal im Jahr ist eine Tetanusimpfung nötig. Weitere Impfungen hängen von der jeweiligen Region und dem Kontakt mit anderen Tieren ab.

Als Halbwüstentiere sind Esel von Natur aus karge, trockene Nahrung gewohnt, haben zur gleichen Zeit aber einen hohen Rohfaserbedarf, der mit abgemessenen Mengen an Heu, Stroh und Holz in Form von Zweigen, Ästen und Sträuchern (z. B. Weide, Birke, Hainbuche oder Haselnuss) abgedeckt werden kann. Mineralien sollten täglich bedarfsgerecht über Mineralfutter zugefüttert werden. Ein reiner Salzleckstein ist völlig ausreichend. Wasser muss zu jeder Zeit (vor allem auch im Winter) in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen.